Fast 70% der Online-Warenkörbe werden vor dem Checkout abgebrochen. Für einen PrestaShop-Shop mit einem monatlichen Umsatz von 10.000 EUR bedeutet das, dass Produkte im Wert von etwa 23.000 EUR in Warenkörbe gelegt, aber nie gekauft werden. Die Gründe zu verstehen — und die Ursachen zu beheben — ist eine der Aktivitäten mit dem höchsten ROI, die Sie verfolgen können.
Die wahren Gründe hinter dem Warenkorbabbruch
Vergessen Sie die gängige Meinung, dass es nur um den Preis geht. Forschungen zeigen konstant dieselben Top-Gründe, und die meisten davon betreffen Reibung, nicht Kosten:
- Unerwartete Kosten beim Checkout (48%) — Versandgebühren, Steuern oder Bearbeitungsgebühren, die erst im letzten Schritt erscheinen.
- Pflicht zur Kontoerstellung (26%) — Eine erzwungene Registrierung vor dem Kauf schafft eine unnötige Barriere.
- Komplizierter Checkout-Prozess (22%) — Zu viele Schritte, zu viele Formularfelder, verwirrende Navigation.
- Bedenken zur Zahlungssicherheit (18%) — Fehlende Vertrauenssignale lassen Kunden bei der Kreditkarteneingabe zögern.
- Langsame Lieferoptionen (16%) — Wenn die geschätzte Lieferzeit zu lang ist, sinkt die Dringlichkeit.
Ihren Checkout-Prozess optimieren
Die wirkungsvollste Änderung, die Sie vornehmen können, ist die Vereinfachung des Checkouts. Jeder zusätzliche Schritt im Checkout-Prozess erhöht die Abbruchrate um etwa 10%. Ein Fünf-Schritte-Checkout wird einem Zwei-Schritte-Checkout immer unterlegen sein.
Der ideale PrestaShop-Checkout sollte:
- Gast-Checkout ermöglichen — keine Kontoerstellung erzwingen.
- Formularfelder minimieren — nur das Wesentliche zur Bestellabwicklung abfragen.
- Alle Kosten im Voraus anzeigen — Versand, Steuern, alles sichtbar vor dem Zahlungsschritt.
- Mehrere Zahlungsmethoden anbieten — Kreditkarten, PayPal, Apple Pay, lokale Zahlungsmethoden.
- One-Click-Kauf für wiederkehrende Kunden unterstützen.
Express-Checkout-Lösungen, die den gesamten Prozess auf einer einzigen Seite zusammenfassen, verzeichnen Konversionsverbesserungen von 20-35% im Vergleich zu mehrstufigen Abläufen. Die Rechnung ist einfach: weniger Klicks, weniger Abbrüche.
Vertrauen in jedem Schritt aufbauen
Sicherheitsbedenken töten Conversions still und leise. Kunden, die Ihrem Checkout nicht vertrauen, werden einfach gehen — sie werden Ihnen nicht sagen, warum. Bekämpfen Sie dies mit sichtbaren Vertrauenssignalen:
- SSL-Zertifikat und Schloss-Symbol (essentiell, nicht optional).
- Logos bekannter Zahlungsanbieter prominent dargestellt.
- Klare Rückgabe- und Erstattungsrichtlinien, von der Checkout-Seite verlinkt.
- Kundenbewertungen und Social Proof während der gesamten Einkaufsreise sichtbar.
Dringlichkeit erzeugen, ohne aufdringlich zu sein
Social-Proof-Benachrichtigungen — die aktuelle Käufe anderer Kunden anzeigen — erzeugen ein subtiles, aber kraftvolles Gefühl der Dringlichkeit. Wenn ein Besucher sieht, dass jemand in seiner Stadt gerade das gleiche Produkt gekauft hat, das er in Betracht zieht, bestätigt dies sein Interesse und motiviert zum Handeln.
Diese Benachrichtigungen funktionieren, weil sie zwei psychologische Prinzipien ansprechen: Social Proof (andere kaufen, also muss es gut sein) und Knappheit (wenn andere kaufen, könnte der Vorrat ausgehen).
Strategien zur Rückgewinnung abgebrochener Warenkörbe
Auch mit einem optimierten Checkout ist ein gewisser Abbruch unvermeidlich. Der Schlüssel ist ein Rückgewinnungssystem:
- E-Mail-Erinnerungen — Senden Sie innerhalb von 1 Stunde nach dem Abbruch eine personalisierte E-Mail, gefolgt von einer zweiten nach 24 Stunden.
- Rückbesuche incentivieren — Ein kleiner Rabattcode in der Follow-up-E-Mail kann 5-15% der abgebrochenen Warenkörbe zurückgewinnen.
- Retargeting-Anzeigen — Zeigen Sie die abgebrochenen Produkte in Facebook- und Google-Anzeigen, um Käufer zurückzubringen.
Messen und iterieren
Verfolgen Sie Ihre Warenkorbabbruchrate in Google Analytics und vergleichen Sie sie monatlich. Jede Verbesserung um einen Prozentpunkt übersetzt sich direkt in Umsatz. Beginnen Sie mit der Checkout-Vereinfachung — sie liefert typischerweise die größten Gewinne — und fügen Sie dann Vertrauenssignale und Rückgewinnungskampagnen hinzu.
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