Die DSGVO-Durchsetzung verlangsamt sich nicht. Allein im Jahr 2024 verhängten EU-Datenschutzbehörden Bußgelder in Höhe von über 2 Milliarden EUR. Während die höchsten Strafen auf Tech-Giganten abzielen, geraten kleine und mittlere E-Commerce-Shops zunehmend ins Visier — insbesondere wegen Cookie-Compliance-Verstößen, die Aufsichtsbehörden mit automatisierten Scanning-Tools leicht erkennen können.

Was die DSGVO tatsächlich von Ihrem PrestaShop-Shop verlangt

Die Datenschutz-Grundverordnung läuft für E-Commerce auf wenige Kernprinzipien hinaus:

  • Einwilligung muss freiwillig, spezifisch, informiert und eindeutig sein. Vorangekreuzte Kontrollkästchen sind illegal. Cookie-Walls, die zur Annahme zwingen, sind problematisch. Die Einwilligung muss so leicht zu widerrufen sein, wie sie erteilt wird.
  • Sie müssen eine Rechtsgrundlage für die Verarbeitung personenbezogener Daten haben. Für die Auftragsabwicklung ist die Rechtsgrundlage die Vertragserfüllung. Für Marketing-E-Mails ist es die Einwilligung. Für Analysen hängt es von Ihrer Implementierung ab.
  • Betroffene haben Rechte. Kunden können Auskunft über ihre Daten verlangen, um Löschung bitten und ihre Informationen exportieren. Ihr Shop muss diese Anfragen bearbeiten können.

Cookie-Einwilligung: Richtig machen

Das Cookie-Banner ist das sichtbarste Compliance-Element in Ihrem Shop. Leider machen die meisten Implementierungen es falsch. So sieht ein konformes Cookie-Banner tatsächlich aus:

  • Keine Cookies vor der Einwilligung. Analyse-, Marketing- und Tracking-Cookies dürfen erst aktiviert werden, wenn der Besucher aktiv zustimmt. Das gilt für Google Analytics, Facebook Pixel und alle Drittanbieter-Skripte.
  • Gleiche Sichtbarkeit für Akzeptieren und Ablehnen. Der „Akzeptieren"-Button darf nicht ein großer grüner Button sein, während „Ablehnen" ein winziger grauer Link ist, der im Text versteckt ist.
  • Granulare Wahlmöglichkeiten. Besucher sollten notwendige Cookies akzeptieren und gleichzeitig Analyse- und Marketing-Cookies ablehnen können.
  • Präferenzen merken. Sobald ein Besucher eine Wahl getroffen hat, nicht bei jedem Seitenladen erneut fragen.
  • Minimale Performance-Auswirkung. Schwere Cookie-Consent-Plugins, die mehrere JavaScript-Dateien und externe Ressourcen laden, verfehlen den Zweck einer guten Benutzererfahrung.

Ein leichtgewichtiges, ordnungsgemäß implementiertes Cookie-Banner schützt Sie rechtlich und minimiert gleichzeitig die negativen Auswirkungen auf die Konversionsraten. Schwere Lösungen, die das Laden der Seite verlangsamen oder frustrierende Pop-ups erzeugen, schaden sowohl der Compliance als auch den Verkäufen.

Kundendatenrechte in PrestaShop

Nach der DSGVO haben Kunden das Recht auf:

  • Auskunft — Eine Kopie aller personenbezogenen Daten anfordern, die Sie über sie gespeichert haben.
  • Löschung (Recht auf Vergessenwerden) — Löschung ihres Kontos und der zugehörigen Daten verlangen.
  • Datenübertragbarkeit — Ihre Daten in einem maschinenlesbaren Format erhalten.
  • Berichtigung — Unrichtige personenbezogene Daten korrigieren.

PrestaShop hat seit Version 1.7.6 eine integrierte DSGVO-Funktionalität, und Module können diese mit Hooks für Datenexport und -löschung erweitern. Der Schlüssel ist sicherzustellen, dass jedes Modul, das Kundendaten speichert — Kommentare, Wunschlisten, Bewertungen, Formularübermittlungen — ordnungsgemäß auf diese Anfragen reagiert.

IP-Protokollierung und Sicherheit

Das Protokollieren von Kunden-IP-Adressen ist für Sicherheitszwecke (Betrugsprävention, Brute-Force-Schutz) legitim, aber es handelt sich trotzdem um personenbezogene Daten nach der DSGVO. Sie müssen dies in Ihrer Datenschutzerklärung offenlegen und eine klare Aufbewahrungsfrist haben. Bewahren Sie IP-Protokolle nicht unbegrenzt auf — 6 bis 12 Monate gelten allgemein als verhältnismäßig für Sicherheitszwecke.

Praktische Schritte für Ihren PrestaShop-Shop

  1. Prüfen Sie Ihre Cookies. Verwenden Sie die Entwicklertools Ihres Browsers, um genau zu sehen, welche Cookies Ihr Shop vor und nach der Einwilligung setzt.
  2. Implementieren Sie ein konformes Cookie-Banner, das nicht-essentielle Cookies blockiert, bis die Einwilligung erteilt wird.
  3. Aktualisieren Sie Ihre Datenschutzerklärung, um genau zu beschreiben, welche Daten Sie sammeln, warum und wie lange Sie sie aufbewahren.
  4. Testen Sie Betroffenenanfragen. Können Sie die Daten eines Kunden auf Anfrage tatsächlich exportieren und löschen?
  5. Dokumentieren Sie alles. Bewahren Sie Aufzeichnungen über Ihre Compliance-Bemühungen auf — sie sind wichtig, wenn Sie jemals einer Beschwerde gegenüberstehen.

DSGVO-Compliance ist kein einmaliges Projekt. Es ist eine fortlaufende Verpflichtung, die überprüft werden sollte, wann immer Sie neue Funktionen, Module oder Drittanbieterdienste zu Ihrem Shop hinzufügen.

Tags: Sicherheit
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David Miller

David Miller

Über ein Jahrzehnt praktische PrestaShop-Expertise. David entwickelt leistungsstarke E-Commerce-Module mit Fokus auf SEO, Checkout-Optimierung und Shop-Management. Leidenschaft für sauberen Code...

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